Review: Troye Sivan – „Something to Give Each Other“

Foto: Terrence O’Connor

Troye Sivan kehrt mit einem beeindruckenden Album, „Something to Give Each Other“, fünf Jahre nach „Bloom“, zurück. Dieses Werk, das nach einer Trennung entstand, zeigt seine Reife und künstlerische Weiterentwicklung. Mit einem eindrucksvollen Mix aus emotionalen Trennungsliedern und groovy Elektropopsongs präsentiert Troye hier zweifellos sein stärkstes Album bis dato.

Die Lead-Single „Rush“ bietet den perfekten Album-Opener. Der Dance-Pop-Track begeistert nicht nur mit einem mitreißenden Beat, sondern wird von einem ebenso mitreißenden, sexy und queer-feiernden Musikvideo begleitet, das unter der Regie von Gordon von Steiner in Berlin entstand. „Rush“ ist der ideale Sommerhit und erinnert mit seinem eingängigen Refrain an die Village People.

Mit „What’s The Time Where You Are“ geht es nahtlos weiter. Der geschmeidige Popsong erzählt von den Höhen und Tiefen einer Fernbeziehung und überzeugt mit seiner eingängigen Melodie und dem eindringlichen Text, der direkt ins Herz trifft.

„One Of Your Girls“, Troyes neueste Single, ist zweifellos ein Highlight auf diesem Album. Das dazugehörige Musikvideo, in dem Troye in Drag auftritt und den Schauspieler Ross Lynch verführt, ist ein echter Hingucker. Der Song selbst ist von den Pet Shop Boys inspiriert und besticht durch seinen bittersüßen Refrain. Hier erzählt Troye von einem Treffen mit einem heterosexuellen Jungen, das seine Gefühlswelt auf den Kopf stellt.

Troye Sivan und Ross Lynch im Musikvideo zu „One of Your Girls“. / Foto: Gordon von Steiner

Etwas ruhiger wird es auf „In My Room“, eine faszinierende Kollaboration mit dem spanischen Singer-Songwriter Guitarricadelafuente, oder auf „Still Got It“, eine bewegende Ballade, in der Troye darüber singt, dass er noch nicht über seinen Ex hinweg ist. Auch auf „Can’t Go Back, Baby“ zeigt Troye seine Verletzlichkeit. Der Song basiert auf einem verträumten Sample aus Jessica Pratts Folk-Juwel „Back Baby“.

„Got Me Started“ ist die zweite Single des Albums und sampelt „Shooting Stars“ von Bag Raiders. Dieser Dance-Pop-Track ist ein wahrer Ohrwurm, dessen Melodien tagelang im Kopf bleiben. „Silly“ ähnelt „Rush“ in seinem tanzbaren Stil und besticht durch den lebhaften Techno-Sound, wobei das Sample von „Musica (E il resto scompare)“ der italienischen Sängerin Elettra Lamborghini eine besondere Note verleiht.

Troye im Musikvideo zu „Got Me Started“, gedreht in Thailand. / Foto: Terrence O’Connor

„Honey“ ist eine begeisternde Elektropop-Hymne, die pure gute Laune verbreitet und zum Tanzen einlädt. Das Album schließt mit „How To Stay With You“, einem psychedelischen, fast verschwommenen Stück, das von A.G. Cook produziert wurde und die Reise durch die musikalische Welt von Troye Sivan nach knapp 33 Minuten beendet.

Insgesamt ist „Something To Give Each Other“ eine große Party. Trotz der ruhigeren Momente und der Trennungslieder, in denen Troye seine verletzliche Seite zeigt, bleibt der Groove erhalten. Dieses Album ist der Klang eines queeren Künstlers, der sich selbstbewusst seiner Sexualität hingibt und dabei die perfekte Balance zwischen Spaß und Tiefgang findet. Troye Sivan hat hier wirklich etwas Einzigartiges geschaffen.

80/100


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